Es gibt viele Gründe, auf Alkohol zu verzichten. Der wichtigste Grund ist sicherlich die eigene Gesundheit. Um das Vorhaben, auf Alkohol zu verzichten, attraktiver zu gestalten, bieten einige getränkeherstellende Firmen mittlerweile auch alkoholfreie Versionen ihrer Produkte an. Darunter lassen sich auch alkoholfreie Gins finden.
Ich trinke Gin ganz gerne, daher fand ich die Idee eines alkoholfreien Gin-Angebots sehr attraktiv. So besorgte ich für einen Selbstversuch zwei verschiedene Marken, die ich bereits als alkoholhaltige Gins probiert hatte. So war ein direkter Vergleich zwischen den bis zu 47,3 %-starken und 0 %-Gins möglich.
Für meinen Test wählte ich den Gordon’s London Dry Gin Export und den Tanqueray London Dry Gin. Und ich war sehr auf das Ergebnis gespannt, das – so viel sei verraten – tatsächlich sehr eindrücklich war …


Ich trinke eigentlich sehr wenig und unregelmäßig Alkohol. Mal nippe ich an einem Whisky, trinke gerne auch ein kühles Guinness oder probiere einen hoffentlich gut gemixten Mojito. Zwischen diesen Alkoholzuführungen können Wochen oder sogar auch Monate vergehen. Trinken um des Trinkens willen konnte und mochte ich noch nie.
Aus diesem Grund find ich alkoholfreie Getränke eine begrüßenswerte Entwicklung, da die Vorteile wie nüchtern Autofahren oder Fischen (!) auf der Hand liegen. Allerdings ist der Alkohol, genauer gesagt der Ethanol2, auch wichtiger Bestandteil des Geschmackserlebnisses. Daher natürlich die Frage: Sind in diesem Bezug die Alkoholfreien auf Augenhöhe mit ihren hochprozentigen Verwandten?
Als ich die Flasche Gordon’s Gin zum ersten Mal öffnete und eine „Nase nahm”, war ich guter Dinge. Es roch, wie ein „echter“ Gin riechen sollte. Dieser Eindruck wurde durch den ersten Schluck leider zunichtegemacht.
Beim Tanqeuray wurde die Nase beim ersten Riechen gleich mit einem für Gin untypischen sehr süßlichen Geruch geflutet. Allein diese Wahrnehmung senkte die geschmackliche Erwartung. Und tatsächlich, auch der Tanqeuray enttäuschte bei der Verkostung.
Beide Gin-Flaschen stehen seitdem bei mir angebrochen im Schrank und mehr probiert habe ich auch nicht.


Denn beide Gins schmecken sehr süß! Geradezu widerlich süß. Der Gordon’s Gin rief regelrecht Ekel in mir hervor.
Beide Firmen geben ihren Gins Süßungsmittel hinzu. So befinden sich sowohl im Gordon’s als auch im Tanqeuray neben einigen anderen Zusatzstoffen auch E955 (Sucralose) und E950 (Acesulfam K). Beide sind künstliche Süßstoffe und bis zu 600-fach3 süßer als Haushaltszucker (Saccharose). Das Ergebnis ist entsprechend ungenießbar.
In den alkoholhaltigen Varianten befinden sich keine E-Zusatzstoffe – aber das nur am Rande.
Ich denke, der Selbstversuch konnte kaum deutlicher ausfallen. Aus meiner Sicht sind beide alkoholfreien Gins nicht genießbar. Sie können ihren alkoholhaltigen Vorbildern nicht im Ansatz das „Wasser reichen”. So bleiben sie eine gute Idee, die aber in ihrer Umsetzung komplett fehlgeschlagen ist. Bevor ich hier noch mal nachgießen würde, nehme ich mir lieber ein Glas Wasser. Vielleicht ist aber genau diese Reaktion beabsichtigt?!
Mein Fazit
Spar dir das Geld oder investier es besser in die Originale. Soll es dennoch ohne Alkohol sein, sind Alternativen wie Mineralwasser, Fruchtsäfte oder Softdrinks vorzuziehen.

- Der „trockene Januar“ ist eine Kampagne aus England. Die Gesundheitskampagne ruft dazu auf, einen Monat, beginnend ab Neujahr, keinen Alkohol zu sich zu nehmen. ↩︎
- Chemische Summenformel: C2H5OH (C = Kohlenstoff, H = Wasserstoff, O = Sauerstoff), ↩︎
- Acesulfam K ist circa 200-mal und Sucralose circa 600-mal süßer als Haushaltszucker. ↩︎
Die gezeigten Produkte wurden mir weder von den Firmen bereitgestellt noch wird dieser Blogbeitrag von einer der Firmen gesponsert. Hierbei handelt es sich um privaten Besitz!
