Fliegen, egal ob klassische Lachsfliegen, moderne Streamer oder das selbstgebundene Trockenfliegenmuster, sind sehr oft kleine Kunstwerke. Um diese bestmöglich zu bewahren und zu präsentieren, bietet sich das Rahmen an. Für einen möglichst plastischen Eindruck bei der Präsentation sind Objektrahmen, fester Karton und Stiftperlen die erste Wahl.

Die kleinen Meisterwerke vom Bindetisch haben es verdient, so gut wie möglich vorgezeigt zu werden. Statt sie einfach nur hinter Glas plattzudrücken, lohnt sich der Aufwand, die Fliegen mit Abstand zum Hintergrund zu befestigen.

Auf diese Weise werden z. B. Hecheln oder anderes, weiter abstehendes Material nicht verformt und es wird ein attraktiver, plastischer Eindruck erzeugt.

Wie dieses Montieren geht, erkläre ich dir in diesem Blog-Beitrag. Schritt für Schritt …

Brauner Objektrahmen mit einem braunen Passepartou und eine klassische Lachsfliege namnes „Mar Lodge“.
Fliegen jeglicher Art lassen sich besonders gut in Objekt- bzw. 3D-Rahmen präsentieren.
Klassisches Lachsfliegenmuster „Mar Lodge“ vor einem Hintergrund aus farbigen Passepartout-Proben.
Die Farben des Passepartouts und des Hintergrunds dienen dazu, die Fliege farblich hervorzuheben.

Schritt 1
Für das jeweilige Fliegenmuster müssen sowohl ein Passepartout (Rahmen) als auch ein Hintergrund ausgewählt werden. Der Hintergrund sollte nicht zu dünn sein, damit später die Stiftperlen gut sitzen. Kartonstärken zwischen 1,2 und 1,5 eignen sich gut bei Stiftperlen mit einer Länge von 9 mm.

Das Passepartout ist idealerweise schräg geschnitten, damit kein Schatten entsteht.

Klassisches Lachsfliegenmuster „Mar Lodge“ mit einem naturweißen Hintergrund und einem dunkelbraunen Passepartout.
Die Gestaltung der farblichen Komposition ist natürlich Geschmackssache und es ist das richtig, was einem persönlich gut gefällt.

Schritt 2
Sind die Farben ausgewählt, muss der Ausschnitt des Passepartouts festgelegt werden. Dieser sollte der Fliege Platz geben. Bei der Form ist nahezu jede Form möglich: quadratisch, rund, oval, sechseckig etc.

Entsprechende Zuschnitte lassen sich in entsprechenden Fachgeschäften (vor Ort oder online) anfertigen lassen. Hast du die Möglichkeit, gehe in ein Fachgeschäft vor Ort, denn dann kannst du gleichzeitig viele Farben ausprobieren!

Selbstheilende grüne Schneideunterlage auf der ein Skalpell, eine Metalllineal und zugeschnittener Karton liegt.
Dass selbst zugeschnitten wird, ist eigentlich nicht erforderlich. Es gibt ausreichend Möglichkeiten sich Passepartout und Hintergrund nach den eigenen Vorstellungen zuschneiden zu lassen.

Schritt 3
Den Hintergrundkarton kannst du auch selbst auf das passende Maß schneiden. Dazu benötigst du vor allem ein scharfes Messer oder Skalpell. Ein Lineal aus Metall verhindert ein Abrutschen der Klingen. Sogenannte „selbstheilende“ Unterlagen schützen den Tisch.

Beim Schneiden des Kartons nicht versuchen, mit nur einem Schnitt auszukommen. Besser mehrmals mit leichtem Druck schneiden. So verminderst du die Gefahr eines Klingenbruchs und die Schnittkante wird sauber.

Klassisches Lachsfliegenmuster „Mar Lodge“ mit einem naturweißen Hintergrund und einem dunkelbraunen Passepartout. Daneben liegt ein Druckbleistift zum Anzeichnen.
Auch die Ausrichtung der Fliege ist Geschmackssache. Den Hakenschenkel parallel zur oberen Rahmen-/Passepartoutkante auszurichten ist aber nie verkehrt.

Schritt 4
Die Fliege wird ausgerichtet und dann mit einem Bleistift die endgültige Position markiert. Dazu reichen zwei Punktmarkierungen aus. Je nach Muster liegen diese Punkte hinter dem Hakenöhr und in der Mitte des Hakenbogens.

Ziel sollte ein möglichst stabiler Halt der montierten Fliege sein. Vorsichtshalber vorher ein wenig ausprobieren.

Japanisches goldenes  „Screw Punch“-Werkzeug auf hellem Karton, neben einem millimetergroßen ausgeschnittenen Loch.
Die erforderlichen Löcher lassen sich am einfachsten und saubersten mit einem Papierlocher schneiden.

Schritt 5
Um die Stiftperlen im nächsten Schritt optimal setzen zu können, müssen an den zwei mit Bleistift markierten Punkten Löcher gestanzt bzw. geschnitten werden.

Der Durchmesser richtet sich nach dem Durchmesser der Stiftperlen. Diese sollten keinerlei Spiel in den Löchern haben und von vornherein fest sitzen.

Naturweißer Hintergrundkarton auf dem eine Flasche mit Kaschierleim, eine Dubbing-Nadel und zwei bereits im Karton platzierte Stiftperlen zu sehen sind.
Theoretisch ist jeder transparent aushärtende Kleber gut. Kaschierleim ist allerdings am wenigstens aggressiv gegenüber den Bindematerialien.

Schritt 6
In die geschnittenen Löcher werden die Stiftperlen gesetzt und verklebt. Dazu die Löcher vorab mit ein wenig Leim ausfüllen.

Die Perlen werden so weit reingesteckt, bis sie bündig mit der Rückseite enden. Bei einer Perlenlänge von 9 mm und einer Kartonstärke von 1,2 mm stecken also 1,2 mm der Perle im Karton und 7,8 mm stehen hervor.

Mit einer Nadel oder etwas Ähnlichem auf beiden Seiten des Kartons Leim dünn um die Perle auftragen, dort wo sie Kontakt zum Karton hat.

Eine in einem Karton befestigten weißen Stiftperle, neben der ein Stück Kupferdraht zu sehen ist.
Der Kaschierleim ist nach gut 24 Stunden durchgetrocknet. Vorher sollte die Perle noch mit einem Stück Draht leimfrei gemacht werden.

Schritt 7
Beim Einkleben der Perlen gelangt immer auch Leim in die Perle. Ist der Leim einmal ausgehärtet – was rund einen Tag lang dauert – lassen sich die Leimreste nur schwer aus der Perle entfernen. Solange der Leim noch weich ist, lässt sich die Perle mit einem feinen Draht säubern.

Der von mir verwendete Kaschierleim härtet transparent aus und bietet der Perle sicheren Halt.

Zwei in einem naturweißen Karton festgeklebte weiße Stiftperlen, in denen jeweils eine schwarze Drahtschlinge steckt.
Der durch die Stiftperlen geführte Draht soll die Fliege mittels Schlaufe sicher halten.

Schritt 8
Beim Befestigen der Fliege mit dem Draht gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Draht durch die Perlen führen, Schlaufen bilden und dann die Fliege positionieren. Oder
2. Den Draht erst an der Fliege festmachen und dann die Enden durch die Perlen fädeln.

Mittlerweile komme ich mit der zweiten Variante besser zurecht. Außerdem passiert mir hierbei das unerwünschte Herausbrechen der Perlen seltener.

Klassisches Lachsfliegenmuster „Mar Lodge“ auf einem naturweißen Hintergrund montiert und von einem einem dunkelbraunen Passepartout umrahmt.
Die fertig montierte Fliege „schwebt“ über dem Hintergrund und wird fest von den Drahtschlaufen gehalten.

Die Herausforderung hierbei ist die feste Montage der Fliege mit dem Draht. Die Fliege sollte kein Spiel haben, damit sie später im gerahmten Zustand ihre Position nicht verändert.

In der Regel reichen zwei Befestigungspunkte aus, aber wenn es besonders stabil werden soll, kann auch ein weiterer Punkt hinzugefügt werden.

Leider hilft hier nur das Ausprobieren. Ein Aufwand, der sich aber lohnt.

Zwei schwarze in sich verdrehter Drähte, die auf der Rückseite eines naturweißen Passepartouts zu sehen sind. Ein der der Drähte ist mit einem transparenten Klebestreifen fixiert.
Auf der Rückseite des Hintergrunds werden die Drähte umgebogen und mit Klebestreifen fixiert.

Schritt 9
Ist die Fliege gut gesichert, werden die Drähte auf der Rückseite des Hintergrunds umgebogen und mit einem Stück Klebestreifen festgemacht.

Ich benutze zum Kleben sogenanntes Bücherreparaturklebeband. Die hierbei verwendeten Chemikalien sind wie beim Leim wenig aggressiv gegenüber den Bindematerialien.

Rückseite eines braunen Objektrahmens, auf dem ein weißes Etikett mit Angaben zu einem Fliegenmuster aufgedruckt sind.
Informationen über die Fliege sollten nicht fehlen.

Schritt 10
Angaben zur Fliege, der Fliegenbinderin oder dem Fliegenbinder lassen sich als Etikett auf der Rückseite des Rahmens anbringen. Auch Visitenkarten sind ideale Informationsquellen.

Auch besteht natürlich die Möglichkeit, entsprechende Informationen direkt neben der Fliege zu platzieren.

Unterschriebenes Zertifikat für ein klassisches Lachsfliegenmuster vor einem Objektrahmen mit der dazugehörigen gebundenen mehrfarbigen Fliege.
Für Sammelnde ein entscheidender Punkt: ein Beleg der Echtheit.

Gerahmte Fliegen können zu Sammelobjekten werden oder ein wunderschönes Geschenk darstellen. Im letzten Fall können Glückwünsche, Sprüche, Zitate oder Vergleichbares ergänzt werden.

Um sich zum Sammeln zu eignen, muss jeder Fliege eine Unterschrift der Binderin bzw. des Binders beigefügt sein. Name der Fliege darf nicht fehlen und welche Bindematerialien verwendet wurden. Auch interessant: Nach welcher Bindeanleitung wurde das jeweilige Muster gebunden?

Auf einem Passepartout montierte klassische Lachsfliegen mit braunen Flügeln und buntem Körper neben passenden Aquarellfarben.
Die Möglichkeiten, eine Fliege zu präsentieren, sind grenzenlos.

Bei der Rahmung einer oder mehrerer Fliegen sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Angefangen bei der Form des Rahmens, der Rahmenfarbe und den Rahmenmaterialien bis hin zu den Passepartout-Farben.

Fotos, Zeichnungen oder Bindematerialien können ebenfalls der Fliege hinzugefügt werden. Oder ein gutes Zitat, der Absatz aus einem Buch oder, oder, oder …

Schwarze Tuscheskizze eine Äsche auf naturweißem Aquarellpapier neben einer künstlichen Maifliegennymphe gebunden von Oliver Edwards.
Noch nicht perfekt, aber die Idee wird sicherlich klar. Eine Fliege lässt sich jedenfalls auf unterschiedlichste kreative Arten präsentieren.

Das Rahmen von Fliegen benötigt sicherlich etwas Fingerspitzengefühl. Mit Geduld und Übung wirst du aber mit einem schönen Endergebnis belohnt. Sei es nur für dich selbst oder um jemand anderem eine Freude zu machen.

Es wird bestimmt nicht auf Anhieb alles perfekt gelingen, aber das sollte dich nicht abschrecken und einfach als nötigen Lernprozess hinnehmen. Ich wünsche dir jedenfalls gutes Gelingen.

Von mir verwendete Material- und Werkzeugliste

  • Bleistift, Stärke: HB
  • Schneideunterlage
  • Basteldraht (0,3 mm) – Farbe passend zur Fliege/Haken
  • Stiftperlen1 (9 mm lang, ca. 2 mm im Außendurchmesser) – weiß oder nach Belieben
  • Screw Punch von Nonaka – Bit-Göße 1 mm
  • Kaschierleim von Rayher
  • (Dubbing-)Nadel
  • Skalpell
  • Metall-Lineal
  • Schneideunterlage von Ecobra
  • Passepartouts aus dem Fachhandel
  • Holzfreie Hintergründe (1,5 mm stark) aus dem Fachhandel
  • Klebeband von Neschen (Filmoplast P)
  • Etiketten, selbstklebend von Geha
  1. Werden oft auch als Rocailles bezeichnet. ↩︎

Die gezeigten Produkte wurden mir weder von den Firmen bereitgestellt noch wird dieser Blogbeitrag von einer der Firmen gesponsert. Hierbei handelt es sich um privaten Besitz!

14. November 2025

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