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Äsche, Europäische (Thymallus thymallus, Linnaeus, 1758) (engl. European grayling)
Für mich mit der schönste Fisch der mit der Fliege gefangen werden kann! Die Äsche, ein Süßwasserfisch, der mit zur Familie der Lachsartigen (Salmonidae) gezählt wird.
Ameise (geflügelte) (engl. ant (winged))
Ein kleines Tier (max. 15 mm*) aus der Klasse der Insekten. Besonders auffällig ist der dreiteilige Körperbau: Kopf–Brust (lat. Thorax)–Hinterleib (lat. Abdomen).
Für das Fliegenfischen haben besonders die geflügelten Ameisen bedeutung, da diese als Anflugnahrung von Fischen gefressen werden. Bei den meisten Ameisenmustern wird auf die o. g. Dreiteilung verzichtet und nur zwei deutliche Körperteile, meist als Kügelchen, gebunden. Farben: schwarz, braun, rot-braun, beige-gelb.
* in Europa
Amerikanischer Handelsverband des Fliegenfischens (engl. American Fly Fishing Trade Association, AFFTA)
Dieser amerikanische Handelsverband versteht sich als Sprachrohr für „engagierte Ladenbesitzer, Marken, Führer, Lodges, Ausrüster und passionierte Angler, die sich gemeinsam für die Zukunft des Fliegenfischens einsetzen“. Der Amerikanischer Handelsverband des Fliegenfischens basiert auf drei Säulen: Zusammenarbeit (Connections), Bildung (Education) und Wachstum (Growth).
Es gibt zudem die AFFTA-Fischereifonds, ein Zweig der AFFTA, der sich für den Schutz und die Wiederherstellung der Fischbestände einsetzt, die Stimme der Fischereibranche für den Naturschutz stärkt und kritische Naturschutzthemen wirkungsvoll unterstützen soll.
Amerikanischer Verband der Hersteller von Fischereigeräten (engl. American Fishing Tackle Manufacturers Association, AFTMA)
In 1933 zuerst noch als Verband der Hersteller von Fischereigeräten (Associated Fishing Tackle Manufacturers) organisiert, wurde der Verband 1961 in Amerikanischer Verband der Hersteller von Fischereigeräten (American Fishing Tackle Manufacturers Association) umbenannt.
Das grundlegende Ziel der AFTMA war es, die Mitglieder des Verbands in allen Belangen zu schulen, zu leiten und zu unterstützen. Dadurch sollten die Mitglieder einen hohen Standard an Leistung, Effizienz und Nützlichkeit für die Branche, die Regierung und die Öffentlichkeit aufrechterhalten.
Mittlerweile wurde die AFTMA durch die American Fly Fishing Trade Association abgelöst.
Alevin (engl. alevin)
Frisch aus dem Ei geschlüpfte Salmoniden, die noch ihren Dottersack besitzen und sich vorwiegend im Kiesbett aufhalten.
Amadou ( frz. für Zunderschwamm)
Siehe Fliegentrockner.
Angel(rute) (engl. fishing rod)
Zum Angeln bzw. Fischen erforderliches Gerät. Wird allgemein von Anglern von einer Angel gesprochen, so verwenden Fliegenfischer vorzugsweise den Begriff der Fliegenrute (engl. fly rod). An der Fliegenrute wird die Fliegenrolle festgemacht und dient vor allem zum Werfen der Flugschnur.
Anhieb (engl. setting the hook)
Eine durch den Fischer ausgeführte Bewegung, um den Haken zu setzten, wenn ein Fisch anbeißt. Dazu wird die Rute entweder zügig angehoben oder seitwärts geführt. Ist viel Schnur auf/im Wasser, kann diese zusätzlich mit der freien, anderen Hand angezogen werden, um einen unmittelbaren Kontakt zum Fisch herzustellen.
Arktische Äsche, (Thymallus arcticus, Pallas, 1776) (engl. Arctic grayling)
Wie der Name vermuten lässt, hat die Arktische Äsche eine entsprechende nördliche Verbreitung: Russland, Mongolei, Kanada, Nordosten der USA.
Vergleichbar schön wie die Europäische Äsche, aber mit deutlich größerer Rückenflosse.
Arterienklemme, Hämostat (engl. hemostat, forceps)
Eine Arterienklemme, auch Hämostat genannt, ist eine Schere, die durch einen Rastermechanismus festgestellt werden kann. Sie dient in der Chirurgie zum Abklemmen von Blutgefäßen.
Beim Fliegenfischen werden diese Klemmen als Hakenlöser verwendet. Je nach Ausführung der Klemmen, lassen sich mit ihnen auch Wiederhaken andrücken oder Schnurmaterial schneiden.
Aufrechter Flügel (engl. upwing, upright wing)
Variante beim Fliegenbinden, bei der eine Feder oder anderes Bindematerial, welches einen Insektenflügel imitieren soll, aufrecht stehend eingebunden wird. Somit steht der Flügel im rechten Winkel (90 Grad) zum Hakenschenkel. Oft dienen diese Flügel als „Pfosten“, um die eine Hechel gebunden werden kann („Fallschirm-Hechel“, engl. parachute hackle).
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Baltischer Lachs (engl. Baltic salmon)
Hierbei handelt es sich um den Atlantischen Lachs (Salmo salar). Allerdings eine geografisch isolierte Population. Ihr Ursprung liegt vermutlich einige zehntausend Jahre zurück, als die Eiskappe, die Skandinavien bedeckte, sich zurückbildete. In dieser Zeit schwammen einige Atlantische Lachse in die Ostsee.
Der prozentuale Anteil der Fische, die aus der Ostsee in den Atlantik bzw. aus dem Atlantik in die Ostsee wandern, liegt bei unter 0,1 bzw. 1 Prozent.
Bindefaden (engl. tying thread)
Fadenartiges Material, um Bindematerial wie Federn auf dem Haken zu sichern. Traditionell sind Bindefäden aus Seide, aber es gibt sehr viele Alternativen aus Kunstfaser auf dem Markt. Die am meisten verbreiteten synthetischen Fäden werden aus Nylon, Polyester oder der Polyamidfaser Kevlar.
Die Stärke, sprich die Dicke eines Fadens, wird in Denier angegeben. Dabei entspricht 1 Denier (den) 1 Gramm pro 9.000 Meter Faden.
Aus der Nähindustrie wurde die Angabe mit Nullen für die Fadenstärke übernommen bzw. beibehalten. Allerdings wurde hierbei z. B. aus „000000“ die Angabe „6/0“. Standardmäßig werden Fadenstärken zwischen 3/0 und 14/0 angeboten. Hierbei gilt: Je kleiner die Zahl, desto stärker der Faden. Also ist ein 3/0-Faden wesentlich dicker als ein 14/0-Faden. Ersterer Faden eignet sich daher für größere Fliegen wie Streamer und letzterer Faden kommt bei sehr kleinen Fliegenmustern zum Einsatz.
Bindefäden gibt es in verschiedenen Ausführungen in Bezug auf Behandlung und „Teilbarkeit“. Bindefäden können vorab mit Wachs behandelt worden sein, um das Sichern der Bindematerialien beim Einbinden zu erleichtern. Teilbare Fäden sind Fäden, die aus vielen Einzelfäden bestehen, sich mit einer Nadel voneinander trennen lassen, um eine Öffnung bzw. Schlaufe zu machen, in die Bindematerial gelegt werden kann.
Bindestock (engl. tying vice (UK)/vise (USA))
Werkzeug, dessen grundsätzliche Aufgabe es ist, einen Haken sicher zu halten, sodass beide Hände frei zum Fliegenbinden sind. Die klassische und am weitesten verbreitete Variante ist das Halten mit zwei Klemmbacken. Bei einer anderen Variante wird der Haken mittels eines „Öhrs“ eingespannt. Eine Sonderform sind Bindestöcke für das Binden von Tubenfliegen, die eine entsprechende Klemmvorrichtung für die kleinen Tuben/Röhrchen besitzen.
Bindestöcke besitzen entweder eine schwere Bodenplatte, eine Tischklemme oder einen Saugfuß zur Befestigung. Einige antike Bindestöcke besitzen einen „Daumenhalter”, um in der Hand zu binden.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Möglichkeit der Rotation. Rotationsbindestöcke lassen eine Drehung der Klemmeinheit zu. Somit kann die Fliege problemlos rundum betrachtet werden und bestimmte Bindeschritte, wie das Dubben, werden vereinfacht.
Blei (engl. lead)
Ein chemisches Element und Schwermetall. Es hat die Ordnungszahl 82 (Periodensystem) und das Symbol Pb (lat. plumbum). Als Draht, in Bandform oder vorgeformte Formen zum Fliegenbinden als Beschwerung (Dichte 11,34 g/cm³) verwendet.
Blei ist sehr giftig, weshalb auf eine Verwendung verzichtet werden sollte!
Bissanzeiger (engl. strike indicator)
Eine Sichthilfe zum Erkennen von Bissen. Bissanzeiger werden an das Vorfach oder an den Übergang Vorfach-Flugschnur befestigt. Sie bestehen aus schwimmenden Material, wie Kork, Kunststoff oder auch Wolle, und werden entweder angeklemmt, aufgeschoben oder angeschlauft. Die Farben sind i. d. R. auffällig: neonrot, -orange, -gelb und weiß.
Bissanzeiger werden vorwiegend für das Fischen mit Nymphen oder der Nassfliege verwendet.
Bremse (engl. drag)
An der Fliegenrolle dient die Bremse einmal dazu, dass die Spule nicht frei drehen kann und Schnur nicht ungehindert abrollt (Gefahr von Knoten). Für diese Aufgabe reicht in der Regel eine einfache Bremse aus. Ein System zeichnet sich durch eine (Stahl-)Feder und einen dreieckigen „Zahn“, der an einem Zahnrad sitzt, aus. Beim Einrollen der Schnur und beim Abziehen der Schnur ist ein deutlich klackerndes Geräusch zu hören. Daher werden diese Bremssysteme im Englischen auch „click drags“ genannt. Eine andere Bezeichnung ist „click and pawl“. Pawl heißt so viel wie Sperrer oder Knarrer. Andere Bremssysteme, wie es z. B. Danielsson einsetzt, verwenden Druck, der über kleine Röllchen auf die Spule ausgeübt wird. Dieses System ist nahezu geräuschlos!
Für größere, kräftigere Fische wie Lachse oder Rapfen, bei denen die Bremse auch dem Ausspielen der Fische herangezogen wird, sind die Bremsen komplexer aufgebaut und erlauben eine feine Einstellung von sehr leicht- bis sehr schwergängig. Bei diesen Bremsen handelt es sich z. B. um Scheibenbremsen.
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Caddis (engl. für siehe Köcherfliege)
Catch and Release (engl. für Fangen und Freilassen)
Eine Praxis beim Fischen, bei der ein gefangener und maßiger Fisch wieder schwimmen gelassen wird. Ziel ist es, die Fischbestände zu schonen. Bei korrekter Ausübung überleben die Fische diese Behandlung.
International ist Catch and Release (oft auch Catch & Release geschrieben) an vielen Gewässern sogar Pflicht geworden. In Deutschland ist die Anwendung offiziell in einigen Bundesländern verboten.
Catgut/Cattle gut (engl. für Rinderdarm)
Bindematerial aus Kollagen, welches aus den Eingeweiden vor allem von Rindern und Schafen hergestellt wird. Als Körpermaterial eingebunden, wirkt es durchscheinend, wenn es nass wird.
Chirurgenknoten (engl. surgeon’s knot)
Dieser Knoten eignet sich z. B. zum Zusammenknoten von Vorfachmaterial unterschiedlicher Stärken (Durchmesser); auch lassen sich unterschiedliche Materialien miteinander verknüpfen.
Im Bereich des Vorfaches können die überstehenden Enden auch zum Anknoten von Springer-Fliegen verwendet werden.
CDC(-Feder) (Abkürzung für das frz. croupion de canard)
Mit der Bezeichnung sind Federn aus dem Bereich der Bürzeldrüse von einigen (Wasser-)Vögeln gemeint. Obwohl „cul de canard“ wortwörtlich „Arsch der Ente” bedeutet, sitzt die Drüse auf dem Rücken der Tiere. Aus diesem Grund verwenden viele Fliegenfischer auch lieber den korrekten französischen Begriff Croupion de canard (croupion = Bürzel).
CDC-Federn eignen sich aufgrund ihrer Struktur hervorragend für das Binden verschiedenster Fliegenmuster und sind unter Fliegenbindern sehr begehrt.
Einer, der den Begriff als Erster verwendete, war der französische Fliegenfischer Henri Besson, der in den 1950ern eine Fliege mit Entenbürzelfedern band.
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Daddy Longlegs (engl. für siehe Schnake)
Doppelzug (engl. double haul)
Eine Technik beim Fliegenwerfen, bei dem zusätzlich zum eigentlichen Werfen die Schnur durch einen Zug mit der Schnurhand entgegengesetzt der Bewegung mit der Wurf-/Rutenhand beschleunigt wird.
Mit dem Doppelzug können größere Distanzen erreicht, schwerere Fliegen besser präsentiert oder bei stärkerem Wind stabiler geworfen werden.
Dottersack (engl. yolk sac/bag)
Embryonales Anhangsorgan; bei Fischen und anderen Wirbeltieren bildet sich ein Dottersack, der mit dem Darm in Verbindung steht und der Ernährung des Embryos dient.
Neu geschlüpfte Salmoniden, die einen Dottersack besitzen, verweilen noch im Kies. Diese Alevins bleiben dort z. B. zwischen zwei Wochen und vier Monaten (Forellen).
Dubbing (engl. für a. (Körper-)Bindematerial, b. spezielle Bindetechnik)
Ein englischer Begriff, der sich auf das „Zurechtmachen einer Fliege“ (to dress a fly) bezieht. Zwei Dinge sind hierbei gemeint: Bindematerial, welches aus natürlichen oder künstlichen, feinen Fasern besteht; das Binden (Dubben) mit dem o. g. Material auf dem Hakenschaft.
Dubbing-Bürste (engl. dubbing brush)
Werkzeug zum Fliegenbinden, um einer Fliege ein „krausiges“ Aussehen und eine fülligere Erscheinung zu verleihen. Dazu werden mit der Bürste Bindematerialien wie Haare herausgekämmt. Solche Dubbing-Bürsten besitzen kurze Borsten entweder aus Metall oder Kunststoff.
Dubbing-Kamm (engl. dubbing comb, fur comb)
Werkzeug zum Fliegenbinden, um die Unterwolle aus einem abgeschnitten Büschel Fellhaare herauszukämmen. Auch kann mit dem Kamm bereits eingebundenes Haar ausgerichtet werden. Nicht zu verwechseln mit einer „Dubbing-Bürste“!
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Einhandrute (engl. single hand rod)
Eine Fliegenrute, die unter Benutzung von nur einer Hand geworfen/gefischt wird. Dabei reichen die Schnurklassen von Klasse 0 (#0) bis Klasse 11 (#11) und die Rutenlängen erstrecken sich von 5 Fuß (1,52 m) bis zu 11 Fuß (3,35 m).
Neben der Einhandrute gibt es auch noch Doppelhand- und Switchruten.
Ente (engl. duck, canard)
Gehört zur Familie der Entenvögeln (lat. Anatidae) und zählt, wie Gänse und Schwäne zur Ordnung der Gänsevögel (lat. Anseriformes).
Die Federn vieler Entenarten, darunter Stockente (Anas platyrhynchos; engl. mallard), Krickente (Anas crecca; engl. European teal), oder auch Mandarinente (Aix galerciculata; engl. mandarin duck), werden zum Fliegenbinden verwendet.
Entomologie (engl. entomology)
Die Insektenkunde.
Als Fliegenfischer/Fliegenfischerin muss man nicht gleich Biologie studieren, aber ein gutes Grundwissen über die wichtigen am und im Wasser vorkommenden Insekten und deren Lebensweise kann durchaus nützlich sein.
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Federast (engl. barb)
Ein Federast ist eine feine Struktur einer Feder, der direkt an dem Federschaft sitzt. Die Gesamtheit der Federäste bilden die Fahnen einer Feder.
Filitiermesser (engl. fillet knife)
Messer mit einer besonders langen, biegsamen und schmalen Klinge. Speziell zum Schneiden von haut- und grätenlosen Fleischstücken, den Filets, aus dem Rücken bzw. den Seiten vom Fisch.
Fischführerin/-führer (engl. fishing guide, ghillie/gillie)
Eine erfahrene Person, die sich mit dem Fliegenfischen in den örtlichen Seen, Bächen und Flüssen sehr gut auskennt. Sie weiß, wie aktuell das Verhalten der Fische aussieht und gibt entsprechende Empfehlungen für die zu verwendende Ausrüstung. Darüber hinaus hat sie einen Blick auf die Wurftechnik und sorgt für das leibliche Wohl seine Gäste.
Besonders in Großbritannien umfassen die Aufgabe auch die Überwachung des Zustands der örtlichen Fischerei, die Einhaltung von Regeln und Vorschriften.
„Ghillie“ ist eine gälische Bezeichnung aus Schottland und bezeichnet eine Person, die Gäste bei sportlichen Ausflügen in die Natur begleitet.
Fischtöter (engl. „priest“, fish club)
Beschwertes Werkzeug, um einen gefangenen Fisch schnell betäuben zu können, bevor der Herzstich gesetzt wird. Ein Schlagstock mit extra beschwerten Ende.
Fliege (engl. fly)
Ein künstlicher Köder zum Fischen. Er wird mit natürlichen (z. B. Federn, Fell, Kork) und künstlichen (z. B. Nylon, Silikone, Polypropylene) Materialien, die auf einen Haken oder ein dünnes Röhrchen (Tube) gebunden werden, geschaffen.
Fliegen imitieren sehr oft natürliche Vorbilder (z. B. Insekten, kleinere Fische, kleine Säugetiere (u. a. Maus)) oder üben durch die verwendeten Materialien und die Art, wie sie gefischt werden, eine Reizwirkung aus, ohne ein konkretes lebendes Vorbild nachzuahmen.
Die Zahl der Fliegenmuster ist unbegrenzt. Es gibt ein paar Muster, die sich über die Zeit sehr bewährten (z. B. Bugger, Hare’s Ear, Pattegrisen, Irresistible Wulff, Red Tag, u. v. m.), dennoch ist es jedem selbst überlassen, wie und womit er/sie seine/ihre Fliegen bindet.
Fliegentrockner (engl. fly dryer)
Zwei viereckige Stücke natürlichen Materials, zwischen denen eine nasse Trockenfliege durch leichtes Drücken von Feuchtigkeit befreit werden können. Traditionell wird als Material das schwammartige Gewebe des Echten Zunderschwamms (Fomes fomentarius) verarbeitet. Alternativ zu diesen echten Amadou gibt es auch Fliegentrockner mit Kunststoffgeweben (z. B. „Samadou“).
Flourcarbon (engl. fluorocarbon)
Eine Materialgruppe, deren langkettigen Moleküle sich vor allem aus Fluor- und Kohlenstoffatomen zusammensetzen. Beim Fliegenfischen ist es in der Regel Polyvinylidenfluorid (PVDF), dessen Formel (–CH2-CF2–)n lautet. Es wird vorwiegend bei den Vorfachspitzen (Spitzenmaterial zur Fliege) und als Vorfach (Flugschnur zum Vorfach) selbst eingesetzt. Da seine Dichte mit bis zu 2,0 g/cm3 höher ist als die von Wasser, sinkt das Material im Wasser ab. Aus diesem Grund kommt es idealerweise beim Fischen mit der Nassfliegen zum Einsatz. Für das Fischen mit der Trockenfliege ist Nylon besser geeignet.
Furchen (engl. drag)
Eigentlich bedeutet das englische drag schleifen, schleppen oder auch zerren. Im Fliegenfischen-Kosmos wird damit der Zustand einer (Trocken-)Fliege beschrieben, die durch die Schnur gehindert wird, in derselben Geschwindigkeit wie die Fließgeschwindigkeit des Gewässers (Bach, Fluss) abzutreiben. Die Folge ist ein Furchen der Fliege; sie erzeugt also deutliche Störungen an der Wasseroberfläche. Grundsätzlich ist dieses Furchen („Draggen“) unerwünscht, denn es lässt die Fliege für die Fische unnatürlich wirken.
Fuß (engl. foot, ft)
Alte Maßeinheit, die heute aber immer noch Verwendung bei der Angabe der Ruten- oder Schnurlänge findet. Die Angabe Fuß kann auch mit einem Apostroph geschrieben werden: 1′ = 1 Fuß.
1′ = 1 Fuß = 30,48 Zentimeter
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Goldkopfnymphe (engl. Goldbead Nymph)
Ein Nassfliegenmuster; Ursprungsland: Österreich: Hakengröße: 8 bis 12, Bindefaden: schwarz, Schwänzchen: Federn der Krickente, Körper: hintere Hälfte: gelbe Bindeseide oder gelbes Robbenfell, vordere Hälfte: grauer Affe oder graues Robbenfell, Rippung: feiner, flacher, silberner Metallstreifen, Flügel: Feder der Pfeifente, Kehlenhechel: gräuliche oder grau-braune Federn, Wangen: Sonnerathuhn (aba „Dschungelhahn“).
Ein Fliegenmuster für Flüsse aus dem Südwesten Schottlands. Die Empfehlung ist, den „Grauen Affen“ vorwiegend nachts an einer Schwimmschnur zu fischen.
Gran (engl. grains, gr)
Alte Gewichtseinheit, die auch heute noch für die Angaben bei Schnurgewichten Verwendung findet.
1 gr = 0,065 Gramm
Grashüpfer (engl. grasshopper)
Insekt der Ordnung Kurzfühlerschrecken (lat. Caelifera), Familie der Feldheuschrecken (lat. Acrididae). Länge bis 28 mm.
Grashüpfer-Fliegen sind besonders fängig in den heißen Sommertagen, wenn viele der geflügelten Tiere unterwegs sind. Farben: Körper: hell- bis dunkelbraun, hell- bis dunkelgrün, Flügel: braun, grün mit z. T. blau und rot.
Grauer Affe (engl. Grey Monkey)
Ein Nassfliegenmuster; Ursprungsland: Schottland: Hakengröße: 8 bis 12, Bindefaden: schwarz, Schwänzchen: Federn der Krickente, Körper: hintere Hälfte: gelbe Bindeseide oder gelbes Robbenfell, vordere Hälfte: grauer Affe oder graues Robbenfell, Rippung: feiner, flacher, silberner Metallstreifen, Flügel: Feder der Pfeifente, Kehlenhechel: gräuliche oder grau-braune Federn, Wangen: Sonnerathuhn (aba „Dschungelhahn“).
Ein Fliegenmuster für Flüsse aus dem Südwesten Schottlands. Die Empfehlung ist, den „Grauen Affen“ vorwiegend nachts an einer Schwimmschnur zu fischen.
Großkernrolle (engl. large arbor reel)
Eine Fliegenrolle, die eine Spule mit einem besonders großen Achsendurchmesser aufweist.
Beispiel: Eine klassische Fliegenrollen für die Schnurklasse #3 besitzt eine Spule mit Achsendurchmesser von 20 mm und die dazugehörige Rolle einen Durchmesser von 75 mm (Verhältnis von 1:3,75). Eine Großkernrolle für dieselbe Schnurklasse weist aber ein Verhältnis von 1:1,5 auf (Durchmesser Spulenachse = 65, Durchmesser Rolle = 95 mm). Die Durchmesser von Achse und Rolle liegen also im Größenverhältnis näher beieinander.
Großkernrollen ermöglichen ein schnelleres Aufspulen von Schnur und reduzieren das sogenannte „Memory„, ein Problem, das mit Kunststoffschnüren auftreten kann.
Die ersten Großkernrollen wie die „St. George“ von (House of) Hardy kamen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Markt. Aber erst ab den 1980er-Jahren waren Großkernrollen auf dem Markt regelmäßig vertreten.
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Hakenlöser (engl. hook remover)
Werkzeug um einen Haken aus dem Maul des Fisches zu lösen. Kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Fliege nicht vorn am Maul sitzt und mit den Fingern schlecht zu fassen ist.
Hechel (engl. hackle)
Kranz i. d. R. aus Federästen, der auf den vorderen Teil eines Hakens gebunden wird. Da der Federast um den Haken gewickelt wird, spreizen sich die Federäste ab.
Die Hechel imitiert Insektenflügel und unterstützt gleichzeitig die Schwimmfähigkeit von Trockenfliegen.
Varianten: a) Hechel wird um einen „Flügelpfosten“ (engl. wing post) gebunden, dabei imitiert der Kranz Insektenbeine. b) Die Feder wird in mehreren Wicklungen über den ganzen Hakenschenkel gebunden – als Palmern bezeichnet.
Hemmung (engl. drag)
Veralteter Begriff für die Bremse an einer Fliegenrolle.
Hydropsyche (engl. hydropsyche)
Insekt der Ordnung der Köcherfliegen (lat. Trichoptera), Familie der Wassermotten (lat. Hydropsychidae); mehrere Arten in Europa. Die köcherlosen Larven spannen unter Wasser trichterförmige Netze, um kleinere Insektenlarven zu fangen. Körperlänge: Larve: um die 20 mm; Flügelspannweite: um die 30 mm. Flugzeiten: April – Oktober
Beide Stadien, die Larve und das erwachsene Insekt, habe große Bedeutung für das Fliegenfischen und entsprechende Nass- und Trockenfliegenmuster sind weit verbreitet. Farben: Larve: Körper: grün, Kopf: dunkelbraun, braun; geflügelte Insekt: braun, hellbraun.
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Imago (engl. imago)
Steht i. d. R. für ein ausgewachsenes und geschlechtsreifes Insekt, welches sich zum letzten Mal gehäutet hat.
Gerade in Bezug auf die Eintagsfliegen (lat. Ephemeroptera) sprechen englischsprachige Fliegenfischer auch von Spinner.
Iris (engl. iris)
Auch Schwertlilie genannt; um die 300 Arten sind beschrieben – oh, falscher Text …
Umgibt die Pupille und funktioniert als Blende, d. h. die Menge des einfallenden Lichts wird geregelt. Wegen der vielen Farben auch Regenbogenhaut genannt (altgr. iris = Regenbogen). Bei den eigentlichen Knochenfischen (lat. Teleostei), dazu zählen auch u. a. Forellen, Lachse und Äschen, ist die Iris nicht beweglich!
Invicta (engl. invicta)
Ein Nassfliegenmuster; Ursprungsland: England, Fliegenbinder: James Ogden; Hakengröße: 8 bis 14, Bindefaden: gelb oder braun, Schwänzchen: Goldfasan, Körper: gelb-bernsteinfarbenes Robbenfell oder passender Ersatz, Rippung: ovaler, goldener Metallstreifen, Hechel (Palmer): rot-blonde Federn, Flügel: Fasanenhenne, Kehlenhechel: blaue Fibern des Eichelhähers.
Sollte spärlich gebunden werden. Dient zur Imitation von bräunlichen Köcherfliegen und wird an oder knapp unter der Wasseroberfläche gefischt.
Variante: Silver Invicta
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Jig-Haken (engl. jig hook)
Hakenform, bei der das Hakenöhr in einem Winkel (45–90 Grad) noch oben gebogen ist (also in Richtung Hakenspitze). Es gibt beschwerte und unberschwerte Ausführungen.
Aufgrund ihrer Form zeigt die Hakenspitze beim Fischen immer nach oben.
Jill (engl. jill)
Nordamerikanische Bezeichnung für geschlechtsreife, weibliche Lachse, die jünger sind, als die jüngsten männlichen Lachse einer Gruppe und höchstens einen Sommer im Meer verbrachten.
Jills sind sehr selten, da aus biologischer Sicht kleine Weibchen im Nachteil sind; sie können nicht ausreichend Eier produzieren, um die zu erwartende, natürliche Sterblichkeitsrate ihrer Nachkommen aufzufangen.
Jungfer (engl. damsel)
Usg. Kurzform zur allgemeinen Benennung einiger Arten der Prachtlibellen (lat. Calopterygidae); so gibt es z. B. die Binsen-, See- oder auch Weidenjungfer.
Für das Fliegenfischen spielen die Larvenimitationen sicherlich eine größere Rolle als die Trockenfliegenmuster, die kein essentielles Muster darstellen.
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Kescher (engl. (landing) net)
Ausrüstungsgegenstand zum kontrollierten und sicheren Landen (Keschern) eines Fisches. Der Kescher besitzt ein Netz, welches über einen Rahmen gespannt ist. Der Rahmen kann entweder aus Metall, Kohlefaser, Fiberglas oder Holz bestehen. Moderne (Schon-)Netze sind frei von Knoten und aus einem Kunststoff.
Je nach Zielfisch fallen die Keschergrößen unterschiedlich groß aus. Die Länge des Griffs spiegelt den Einsatzzweck wieder (kurzer Griff für das Watfischen, langer Griff bei der Bootsfischerei oder für das Fischen vom (hohen) Ufer aus.
Bei den Keschern gibt es unzählbar viele Varianten: mit eingebauter Waage, zum Zusammenfalten, mit Teleskopgriff, uvm.
Köcherfliege (engl. caddis, caddis fly (UK)/ sedge (USA))
Gehören zur Klasse der Insekten. In der Ordnung der Köcherfliegen (lat. Trichoptera) sind um die 7000 Arten bekannt, davon gute 300 in Mitteleuropa. Körperlängen zwischen 1,5 und 40 mm, Flügelspannweiten bis zu 68 mm. Flugzeiten: März bis Dezember.
Der „Köcher“ im Namen bezieht sich auf das Gehäuse, welches die Larven (nicht alle!) aus Steinchen und/oder Pflanzenresten zum Schutz bauen und wie der (Pfeil-)Köcher bei Bogenschützen aussieht.
Imitationen der Larve, der Puppe und des geschlechtsreifen Tieres (lat. Imago) zählen zu den unentbehrlichen Fliegenmustern. Farben: Larve: braun, hellbraun, sandfarben, grün, hellgrün,; Imago (Flügel): braun, hellbraun, grau, dunkelgrau, hellgrau (oftmals marmoriert bzw. gescheckt).
Kopfknotenbinder (engl. whip finishing tool, whip finisher)
Werkzeug zum Binden eines (Abschluss-)Knotens beim Fliegenbinden.
Neben dem Kopfknotenbinder gibt es noch das „Halber Schlag-Werkzeug“ (engl. half hitch tool) oder es werden einfach die Finger verwendet.
Kork (engl. cork)
Ein natürliches Produkt, welches die Korkeiche (Quercus suber) liefert. Ihre Rinde kann abgeschält und für die Herstellung von Korkprodukten genutzt werden. Aufgrund der Eigenschaften – leicht, schwimmend, zäh, säurebeständig und nachhaltig – ein ideales Material für die Anfertigung von Rutengriffe. Auch Fliegen und Bissanzeiger lassen sich mit Kork herstellen.
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(Fisch-)Laich (engl. spawn, fish eggs)
Bezeichnung für die Eier, die von den weiblichen Fischen produziert werden.
Das Wort stammt von Leich (aus dem Mittelalter u. a. für (Liebes-)Spiel) ab, aber zur Abgrenzung zum Begriff der Leiche, gibt es seit dem 18. Jh. die Schreibweise mit A.
Larve (engl. larva, nymph)
Bezeichnung der Jungstadien bei den Insekten. Diese frühen Entwicklungsstadien unterscheiden sich in ihrem Aussehen und Verhalten stark von dem geschlechtsreifen, erwachsenem (Voll-)Insekt.
Je nach Art kann es mehrere Larvenstadien geben.
Lachsfliege (engl. salmon fly)
Fliegenmuster, die vorwiegend für den Fang von Lachsen eingesetzt werden. Die heutigen Muster orientieren sich vielfach an traditionellen Mustern, aber es entstehen auch immer wieder neue, modernere Varianten.
Einige Fliegenbinder sind auf das Binden klassischer Muster spezialisiert und verwenden ausschließlich – soweit vorhanden – die vorgegebenen Bindematerialien; diese Fliegen werden aufgrund ihres hohen Wertes i. d. R. nicht gefischt, sondern ausschließlich gesammelt.
Leine (engl. (fly) line)
Bezeichnung für die Flugschnur (eher veraltet).
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Märzbraune (engl. march brown, dun drake)
Ein Nassfliegenmuster; Ursprungsland: England; Hakengröße: 12 bis 14, Bindefaden: rot oder orange, Schwänzchen: Rebhuhn, Körper: Hasenohrfell oder gelbes Kammgarn, Rippung: gelbe Seide, Hechel: grau, vom Hahn, Flügel: Rebhuhn*.
Das Märzbraune-Fliegenmuster imitiert die Eintagsfliege (Ordnung lat. Ephemeroptera) Rhithrogena germanica.
Neben dem Originalmuster entwickelten sich viele Varianten, sowohl als Nass- und Trockenfliege, die auch eine große Vielfalt in den verwendeten Materialien zeigen.
Es wird vermutet, eines der ersten Muster der Märzbraunen wurde bereits im 15. Jh. gefischt. In dem Buch A Treatyse of Fysshynge wyth an Angle von 1496 wird eine Fliege beschrieben, die als Urmuster gelten kann.
* nach Alphabet of Angling, J. Rennie, 1849
Matuku (engl. matuku (moana bzw. hurepo), Australasian bittern)
Name der Māori, der Ureinwohner Neuseelands, für die Australische Rohrdommeln (Botaurus poiciloptilus, Wagler, 1827). Klasse der Vögel (lat. Aves), Ordnung der Ruderfüßer (lat. Pelecaniformes), Familie der Reiher (lat. Ardeidae). Die braun, gelb-braun marmorierten Federn des bis zu 71 cm großen Vogels werden für die original Bindeanleitung der „Matuka“, einer Nassfliege, benötigt.
Der Bestand der vorzugsweise in Feuchtgebieten lebenden Schreitvögel ist stark gefährdet!
Meerforelle (engl. sea trout)
Unterart der Forelle (Salmo trutta). Die Meerforelle (Salmo trutta trutta) verbringt mehrere Jahre im Süßwasser, bevor sie ins Salzwasser abwandert. Zum Laichen kehren die geschlechtsreifen Tiere wieder zurück ins Süßwasser (anadromes Laichverhalten).
Farbe: silbern, dunkler Rücken, viele schwarze Punkte; im Süßwasser bräunliche Färbung möglich.
Für Fliegenfischer sicherlich der Küstenfisch, da sich Meerforellen vorzugsweise in der Nähe von Küstenstreifen und den Flussmündungen aufhalten.
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Nachschnur (engl. backing)
Verbindet die Flugschnur mit der Rolle. Besteht i. d. R. aus geflochtener Kunstfaser, selten wird eine einfädige Schnur, sog. Monofil(ament) eingesetzt.
Die Nachschnur bietet bei Fischen, die lange Fluchten machen und dabei die Gesamtlänge der Flugschnur von der Rolle ziehen, eine notwendige Reserve. Zusätzlich vergrößert die Nachschnur den Spulendurchmesser der Flugrolle, wodurch die Flugschnur weniger gekrümmt auf der Rolle liegt und verringert somit die Gefahr des Kringelns.
Nassfliege (engl. wet fly)
Fliege die ausschließlich unter der Wasseroberfläche gefischt wird. Zu den Nassfliegen zählen u. a. Nymphen-Fliegen, Jigs und „Fähnchen“ (engl. Streamer), die entweder beschwert oder unbeschwert gefischt werden.
Naturschutz (engl. nature conservation)
Dieser Begriff bezieht sich auf alle Maßnahmen, die dem Erhalt und der Wiederherstellung der Natur dienen. Die Zielsetzungen des Naturschutzes sind dabei a. die Erhaltung der (Arten-)Vielfalt der Natur und b. die Erhaltungsfähigkeit der Natur zu gewährleitsen.
Nylon (engl. nylon)
Kunstfaser aus Polyamid 6.6, einem Polymer („Kette“ aus sich immer wiederholenden und identischen Molekülen). Polyamide sind durch das Vorhandensein einer Kohlen-, Sauer-, Stick- und Wasserstoff-Gruppe (CONH) gekennzeichnet.
Nylon ist ein durch die Firma DuPont eingeführter Handelsname und unter dieser Bezeichnung werden verschiedene Varianten der Polyamide vermarktet.
Nylon wird bei der Herstellung von Vorfachmaterial verwendet und bietet sich aufgrund seiner Dichte (zwischen 1,01 und 1,24 g/cm³) für das Fischen mit der Trockenfliege an.
Nymphen, tschechisches (engl. Czech nymphing)
Eine Methode des Fischens mit einer Nassfliege, bei der die Fliege an einer längeren Rute hauptsächlich am Vorfach und unterhalb der Rutenspitze geführt wird. Tatsächlich befindet sich i. d. R. keine Fliegenschnur außerhalb der Ringe.
Die verwendeten Fliegen sind relativ schmale beschwerte Nymphen mit gekrümmten („Bachfloh“-)-Haken. Dort, wo es erlaubt ist, werden oft mehrere Fliegenmuster gleichzeitig gefischt.
Die Entwicklung dieser Methode begann 1984 am polnischen Fluss Dunajez. Während eines internationalen Wettkampfes fischte das polnische Team mit kurzer Leine. Popularität bekam die Methode bei den Weltmeisterschaften 1990 in Wales, England. Das tschechische Team gewann zum ersten Mal mithilfe dieser des Nymphens und der eigens dafür entwickelten Nymphenmuster.
Weitere Bezeichnungen lauten „polnisches Nymphen“ (Polish nymphing), „Europäisches Nymphen“ (European nymphing), „Euro-Nymphen“ (Euro-nymphing).
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Odontocerum (engl. odontocerum)
Gattung der Ordnung Köcherfliegen (lat. Trichoptera). In Europa sind lediglich drei Arten bekannt, darunter auch Odontocerum albicorne, die „silberne Köcherfliege“ (engl. silver sedge, grey sedge, grey flag). Körperlänge: bis zu 19 mm, Flügelfarbe: braun, gelblich (vorwiegend ♂) bis silbern (vorwiegend ♀).
Öhrhaken (engl. eyed hook)
Haken, der zur Befestigung des Vorfachs/Schnur eine Öffnung bzw. Schlaufe besitzt. Das Öhr kann entweder nach unten oder gebogen sein, oder einfach gerade. I. d. R. besteht das Öhr aus demselben Material wie der Haken, lediglich bei klassischen Lachsfliegen und einigen Tenkara-Mustern wird das Öhr aus Naturmaterialien (Seidenraupendarm (engl. silkworm gut) oder Kunstfasern auf einen öhrlosen Haken gebunden.
Otolith (engl. otolith)
Griechisch für Gehörstein(chen). Bei Fischen in dem Gehörorgan zu finden. Besteht aus Kalziumcarbonat (CaCO3).
Otolithen können zur Altersbestimmung bei Fischen genutzt werden, da diese Jahresringe aufweisen.
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Perücke (engl. bird’s nest)
Bezeichnung für die ungewollte Schlaufenbildung, das ineinander Verfangen und, im schlimmsten Fall, Verknoten der Schnur.
Fliegenfischer habe gute Aussicht auf Perücken, wenn zu viel Leerschnur am Boden (mit Gestrüpp) angesammelt wird. Oder wenn die Rollenbremse zu leicht eingestellt ist und die Rolle unkontrolliert „durchdreht“. Kleinere Perücken treten auch beim Werfen auf, wenn Vor- und Rückschwung nicht aufeinander abgestimmt sind und es z. B. zur „nachlaufenden Schlaufe“ (engl. tailing loop) kommt.
Polyvinylchlorid, Poly(1-chlorethylen) (engl. polyvinyl chloride)
Kurz: PVC. Ein Kunststoff, der aus einer Aneinanderreihung von vielen Vinylchlorid-Einheiten (2 Kohlenstoffatome verbunden mit drei Wasserstoffatomen und einem Chloratom). PVC ist thermoplastisch, das heißt es ist bei höheren Temperaturen ohne chemische Veränderung erweichbar und verformbar.
Der Großteil sich auf dem Markt befindlichen Flugschnüre werden aus PVC hergestellt. Für die Nutzung zum Fliegenfischen werden für die Geschmeidigkeit der Schnüre Weichmacher (engl. plasticiser) bei der Herstellung zugesetzt.
PVC ist aufgrund seiner Zusammensetzung nur sehr aufwendig zu recyceln und beim Verbrennen werden giftige Dioxine freigesetzt. Die verwendeten Weichmacher wie Phthalate besitzen nachweislich ein erhöhtes Gesundheitsrisiko und können unter anderem Krebs verursachen.
Präsentation (engl. presentation)
Das Anbieten einer Fliege bzw. Anwerfen eines Fisches. Oftmals entscheidet die Präsentation darüber, ob ein Fisch zum Biss angeregt oder verschreckt wird.
Priester (engl. priest)
Gegenüber dem deutschen Fischtöter, klingt der Ausdruck Priester, wie er im englischsprachigen Raum üblich ist, so viel friedlicher. Beide Begriffe beziehen sich dennoch auf das Werkzeug, mit dem Fische dem jagdlichen Brauchtum gemäß (waidgerecht) abgeschlagen werden.
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Quellregion (engl. headwaters)
Die oberste Strecke eines Flusses und somit der Punkt, der am weitesten entfernt von einer Flussmündung liegt.
Quill Gordon (engl. quill gordon)
Ein Trockenfliegenmuster; Ursprungsland: USA, Fliegenbinder: Theodore Gordon; Hakengröße: 12 bis 16, Bindefaden: sandfarben, Schwänzchen: Krickente, Körper: fibernfreier Federkiel (engl. quill!) vom Pfauenauge, Flügel: gelb-braun, Brautente, Hechel: graue Hahnenfedern.
Das Muster imitiert vorwiegend die Eintagsfliegenarten der Gattung (Epeorus) aus der Familie der (Heptageniidae). In den USA ist die Bezeichnung gleichbedeutend für die dort vorkommende Art Epeorus pleuralis.
Quinnat (engl. quinnat)
Ältere Bezeichnung für Chinook- bzw. Königslachse (Oncorhynchus tshawytscha), die auch heute noch in Neuseeland verwendet wird.
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Reh, europäisches (engl. European roe deer)
Dieses Säugetier (Mammalia) gehört als Mitglied der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla).
Waldbewohner Reh (Capreolus capreolus) liefert durch sein Fell wertvolles Bindematerial, mit dem sowohl Fliegenkörper (z. B. Irresistible Wulff) als auch Flügel gebunden werden (z. B. Deer Hair Sedge).
Für Fliegenbinder ist zu beachten: Winter- und Sommerfell unterscheiden sich in ihren Eigenschaften.
Rollwurf (engl. roll cast)
Eine Wurfvariante, bei der die Schnur ohne Rückschwung geworfen wird; stattdessen wird die Schnur selbst, die sich vor dem Werfer/der Werferin auf bzw. im Wasser befindet, als „Wurfanker“ eingesetzt. Dazu wird die Rutenspitze langsam nach oben geführt. Der vordere Teil der Schnur bleibt im Wasser! Hinter dem Werfer/der Werferin und unter der Rutenspitze soll die Schnur herabhängen. Der eigentliche Wurf erfolgt durch eine schnelle nach unten und vorn gerichtete Bewegung der Wurfhand. Um ausreichend Energie auf die Schnur zu übertragen, wird die Bewegung der Hand abrupt gestoppt. Bei korrekter Ausführung „rollt“ nun eine Schlaufe in Form einer Ellipse (gestauchter Kreis) nach vorn weg und streckt das Vorfach.
Wird der gesamte Bewegungsablauf in einer flüssigen Bewegung durchgeführt und die Schnur sogar kurzfristig vom Wasser abgehoben, wird vom „Wechsel-“(engl. switch cast) oder Spey-Wurf (engl. single Spey cast) gesprochen.
Wichtig: Die beste Möglichkeit einen Wurf zu erlernen, ist die Praxis! Besonders Anfängerinnen und Anfänger werden mit der Unterstützung von erfahrenen Werfern/Werferinnen wesentlich schneller Fortschritte erzielen.
Rückenfahne (engl. dorsal fin)
Bezeichnung für die ausgesprochen große Rückenflosse (Dorsale) der Familie der Äschen (Thymallidae).
Die Niederländer nennen die Äsche sogar Vlagsalm – „Fahnenlachs“.
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Sawyer, Frank (*1906 – † 1980)
Englischer, leitender Flussaufseher (engl. river keeper) am Fluss Avon und seinen Nebenflüssen.
Sawyer kreierte zu Lebzeiten mehrere Muster: Pheasant Tail Nymph, Grey Goose Nymph, Bow Tie Buzzer, Sawyer Swedish und vor allem den Killer Bug. Letzteres ist für das Äschenfischen entwickelt worden und wird u. a. mit der berühmt-berüchtigten Wolle (Colour 477) von Chadwick, England gebunden.
Folgende Bücher schrieb Sawyer: Keeper of the Stream und Nymphs and the Trout. Zudem gibt es noch Frank Sawyer’s Nymphing Secrets, welches Texte und Notizen von ihm enthält und von seinem Enkel Nick Sawyer veröffentlicht wurde.
Schnake, Stelzmücke (engl. daddy longlegs, crane fly)
Aus der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) zählen die Schnaken (Tipulidae) zu der Unterordnung der Mücken (Nematocera). Im deutschsprachigem Raum oftmals auch als Schneider oder Opa Langbei bzw. Meister Langbein bezeichnet, wobei auch der Weberknecht (Spinne) vielfach so genannt wird.
Das entsprechende Fliegenmuster ist sicherlich nicht ein Muss für die Fliegendose, doch im Hochsommer und an Seen sehr erfolgreich. Typisch für diese Fliege ist die Imitation der langen Beine aus z. B. Federkielen, die, mit Knoten versehen, die Beine der Fliege sehr naturgetreu aussehen lassen.
Schnurfett (engl. line floatant, line dressing)
Mittel zum Auftragen auf die Flugschnur, um diese länger schwimmfähig zu halten. Vorwiegend werden Schnurfette unterschiedlichster Zusammensetzung bei der Nutzung von Seidenschnüren eingesetzt. Außerdem lassen sich auch schwimmende Kunststoffschnüre, Trockenfliegen oder Bissanzeiger aus Fasern wie Wolle, die ihre schwimmende Eigenschaft nach und nach verlieren, damit behandeln.
Der englische Begriff line dressing kann sich aber auch auf die Pflegemittel mit Weichmachern und UV-Schutz für eine Flugschnur aus Kunststoff beziehen!
Schnurgedächtnis (engl. line memory)
Hiermit ist die Tatsache einer sich kringelnden (Fliegen-)Schnur gemeint. Vor allem Kunststoffschnüre zeigen je nach Qualität eine Tendenz, sich in Schlaufen zu legen, wenn sie von der Rolle gezogen oder aus der Verpackung genommen werden.
Durch Wärmezufuhr oder Strecken (Auseinanderziehen) kann das Kringeln reduziert werden.
Seidenschnüre sind vollkommen frei vom Schnurgedächtnis.
Schnurgewicht (engl. line weight)
Das Schnurgewicht in Gramm bezieht sich auf das Gewicht einer Schnur auf den ersten 9 Metern. So wurde es 1961 durch den damaligen Amerikanischen Verband der Hersteller von Fischereigeräten (American Fishing Tackle Manufacturers Association, AFTMA) festgelegt. Dabei ist man davon ausgegangen, dass 30 Fuß die übliche Länge einer Schnur ist, die durchschnittliche Fliegenfischende werfen.
Die Standardgewichte der Schnüre werden in „grain“, also Gran (1 gr = 0,065 Gramm) angegeben. Dabei entspricht jede Gewichtsklasse einer Schnurklasse. Beispiele:
- Schnurklasse 1 – 30 Fuß (9,144 m) – 60 Gran (3,9 g)
- Schnurklasse 8 – 30 Fuß (9,144 m) – 210 Gran (13,6 g)
Schnurklasse (engl. line weight)
Die Schnurklassen teilen Schnüre anhand ihres Schnurgewichts ein. Es gibt Schnurklassen zwischen 0 und 15, wobei 0er-Schnüre sehr leicht und 15er-Schnüre sehr schwer sind. In der Regel wird die Schnurklasse aus einer Kombination von Rautezeichen und Ziffer(n) geschrieben wie z. B. #1. Dies entspricht der Schnurklasse 1.
Schnurknipser (engl. clipper, nipper)
Kleines Werkzeug zum Schneiden von Vorfachmaterial bzw. Monofilament. Die meisten Schnurknipser bieten meistens auch eine kleine Nadel zum freimachen des Hskenöhrs, falls dieses beim Fliegenbinden durch Lack oder Kleber zugesetzt wurde.
Schnurpflegemittel (engl. (fly) line dressing)
Dient der Reinigung, der Aufrechterhaltung der Geschmeidigkeit und dem Schutz vor ultravioletten Strahlen. Je nach Machart der Schnur – verschiedene Kunststoffe, Seide – gibt es die unterschiedlichen Produkte.
Seide (engl. silk)
Eine natürliche Faser von den Gespinsten (Kokons) vor allem der Seidenraupe (Bombyx mori), die aufgrund ihrer Nahrungsvorliebe auch Maulbeerseidenspinner genannt wird. Seide, naturbelassen oder gefärbt, wird sowohl für das Fliegenbinden, dem Rutenbau als auch als Material für Flugschnüre verwendet.
S-Kurbel (engl. s-handle)
Spezielle Form der Rollenkurbel, die eine ausgeprägte S-Form aufweist. Vorzufinden vor allem an antiken Rollen oder an neuen Rollen, die sich an klassischen Rollen orientieren.
Spule (engl. bobbin)
Bindefäden werden eigentlich immer auf kleinen Röllchen, den Spulen, geliefert. Diese Spulen sind heutzutage aus Kunststoff, aber es gibt auch noch Anbieter, die Holzspulen verwenden.
Die Breite einer Spule liegt, unabhängig von der Stärke des Fadens, um die 30 Millimeter. Der Durchmesser der Spulen um die 25 mm. Je nach Stärke des Fadens fasst eine Spule um die 200 Meter Faden.
Beispiel: Eine Spule des UNI-Threads der Stärke 6/0 fasst 200 Yards, also rund 183 Meter.
Spulenhalter/-träger (engl. bobbin holder)
Werkzeug zum Fliegenbinden. Der Spulenhalter nimmt eine Spule mit Bindefaden auf und hält diese fest. Eine Fadenführung, i. d. R. ein Röhrchen, hilft bei der punktgenauen Positionierung des Fadens beim Fliegenbinden. Zudem hilft das Eigengewicht des Halters eine Fadenspannung aufzubauen und erleichtert so verschiedene Bindetechniken wie z. B. die sogenannte Schlaufentechnik.
Die Röhrchen sind meistens aus Edelstahl gefertigt. Qualitativ hochwertigere Halter weisen entweder Einlagen aus Keramik auf oder die Fadenführung ist komplett aus Keramik gefertigt.
Bei den Spulenhaltern können zwei Grundvarianten unterschieden werden: Halter ohne oder mit Bremse. Letztere erlauben eine Einstellung des Widerstands und bestimmen so, mit wie viel Kraft der Faden von der Spule gezogen werden kann. Das Abziehen des Fadens bei bremsenlosen Modellen kann jedoch durch den Druck der Hand, den sie auf die Arme eines Spulenhalters ausübt, angepasst und kontrolliert werden.
Switch-Rute (engl. switch rod)
Eine Switch-Rute besitzt, wie auch die klassische Zweihandrute, unterhalb des Rollenhalters einen zusätzlichen Griff. Folglich kann eine Switch-Rute mit beiden Händen geworfen werden. Im Gegensatz zur reinen Zweihandrute lässt die Machart der Switch-Rute auch das einhändige Werfen zu. Es kann also zwischen dem Einhand- und Zweihandwerfen geswitcht werden. Daher auch der Name!
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Tenkara (jap. テンカラ, engl. tenkara)
Hierbei handelt es sich um eine traditionelle Methode des Fischens aus Japan. Das japanische Fliegenfischen zeichnet sich durch seine Schlichtheit aus: Rute, Schnur und Fliege. Aber keine Rolle.
Thymallus (von lat. thymus, Thymian)
Systematische Bezeichnung für die Äschen (Thymalidae), da der Geruch frisch gefangener Fische an Thymian erinnern kann. Lokal wird die Äsche auch als die Thymianduftende bezeichnet.
Tragkraft (engl. breaking strength)
Meist in Kilogramm (kg) angegeben, ist sie ein Maß für die Reißfestigkeit einer Schnur. Die Tragkraft hat besonders Bedeutung bei dem Vorfachmaterial, aber auch der Nachschnur.
Da es gegenwärtig keinen einheitlichen, für alle Hersteller verbindlichen Prüftest gibt, sind die Angaben immer mit Vorsicht zu genießen; lediglich die Produkte, die das Qualitätslogo der Vereinigung des Europäischen Angelgerätehandels (European Fishing Tackle Trade Association, EFFTA) tragen, können als wahrheitsgetreu angenommen werden.
Die Tragkraft wird von mehr als nur dem Material bestimmt und die Wahl des Knotens, Bindequalität des Knotens und Art der Belastung nehmen wesentlichen Einfluss auf die maximale Belastbarkeit und setzen i. d. R. die Tragkraft herab.
Tschechisches Nymphen (engl. Czech nymphing, seltener European nymphing)
Bei dieser Variante des Nymphenfischens werden zwei bis drei Nymphen gleichzeitig nahe des Gewässerbodens gefischt. Eine schwere Nymphe sinkt tief ab, während eine leichte Nymphe oder zwei leichtere Nymphen mit leichtem Abstand zum Boden treiben.
Es wird im Nahbereich, mit ausgestrecktem Arm, gefischt, also ohne weite Würfe, da diese Methode die direkte Schnurkontrolle voraussetzt. Hilfreich sind längere Ruten (> 9 Fuß (2,74 m)).
Populär wurde diese Technik durch das Tschechische Fliegenfischer-Team, das diese Form des Nymphens perfektionierte.
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Unterhandwurf (engl. underhand cast)
a. Wurfvariante beim Fischen mit Zweihandruten; hierbei ist die Aufgabe der oberen Hand die Rute zu halten und als Drehpunkt zu wirken. Die untere Hand führt die eigentliche Ruten- und somit die Wurfbewegung aus.
Als Entwickler dieser Wurftechnik gilt der Schwede Göran Andersson.
b. Bei dieser Wurfvariante ist die Position der Fliege und der Rutenspitze höchstens auf Körperhöhe. Dazu zählt der „Wechsel-“(engl. switch cast) oder auch Spey-Wurf (engl. single Spey cast).
Wichtig: Die beste Möglichkeit einen Wurf zu erlernen, ist die Praxis! Besonders Anfängerinnen/Anfänger werden mit der Unterstützung von erfahrenen Werferinnen/Werfern/ wesentlich schneller Fortschritte erzielen.
Untermaßig (engl. smaller than minimum-size)
Bezieht sich auf die Körperlänge eines Fisches, wenn diese nicht den Vorgaben für eine Entnahme entspricht (ist z. B. das vorgegebene Schonmaß 30 cm, sind alle Fische, die kleiner sind als 30 cm untermaßig).
Die Schonmaße sind nicht einheitlich und können sowohl national als international variieren.
Unterständig (engl. inferior, underslung)
Bezeichnung für die Position des Fischmauls, wenn dieses nach unten gerichtet ist. Ein unterständiges Maul weisen z. B. Barben und Äschen auf.
Unterwolle (engl. underfur)
Feine, kurze und weiche Haare, die unter dem Deckhaar eines Tieres liegen. Dient beim Fliegenbinden vor allem als Dubbing.
Unterwolleharke (engl. dubbing rake)
Werkzeug zum Fliegenbinden, um die Unterwolle aus einem Fell herauszubekommen, ohne das Deckhaar zu beschädigen oder mit abzulösen. Nicht zu verwechseln mit einem „Dubbing-Kamm“!
Unze (engl. ounce)
Eine veraltete, aber im englischen Sprachraum durchaus noch übliche Gewichtsangabe. Vor allem Rutengewichte werden in Unzen angegeben. Abgekürzt wird die Unze mit „oz“, mit Bezug zum italienischen „onza“.
1 Unze = 1 oz = 28,35 Gramm
Upwing, upright wing siehe Aufrechter Flügel
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Vitta (lat. Band, (Kopf-)Binde)
Wissenschaftliche Bezeichnung sowohl in der Botanik als auch in der Zoologie für einen breiten Streifen oder breites Band.
Fliegenfischer können solch ein Band z. B. am Vorderrand der Flügel der Fliegenhaften bzw. „Teich-Olivfarbigen“ (Cloëon dipterum), einer Eintagsfliege aus der Familie der Baetidae, sehen.
Vorfach(schnur) (engl. leader)
Der Teil der Schnur, der den Spitzenteil mit der Flugschnur verbindet. Manchmal sind aber Spitzenteil und Vorfach ein und dasselbe und gehen ineinander über.
Das Vorfach kann aus verschiedenen Materialien bestehen: Pferdehaar, Seidenraupendarm, Nylon oder Fluorcarbon, wobei die beiden Erstgenannten heutzutage mehr geschichtlichen Charakter besitzen.
Vorfachring (engl. tippet ring)
Aus Metall gefertigte kleine rund- bzw. ellipsenförmige Ringe, die dazu dienen, Spitzenschnur und Vorfachschnur miteinander zu verbinden. Die Durchmesser liegen um die 5 mm und spiegeln ihre Tragkraft wider.
Die Ringe bieten dem Fliegenfischer/der Fliegenfischerin mehrere Vorteile: verschiedene Schnurmaterialien problemlos miteinander zu verbinden, um eine weitere Fliege anzubinden, und sie ermöglichen Vorfächer länger zu nutzen, da diese nicht mehr durch ein Wechsel der Spitzenschnur gekürzt werden.
Die Idee zur Verwendung dieser Ringe hatte der bayerische Fliegenfischer Edgar Pitzenbauer, weshalb die Ringe auch weiterhin als Pitzenbauer-Ringe(rl) bekannt sind.
Vorfachstärke (engl. tippet strength)
Angabe über den Durchmesser des Vorfachmaterials, der allgemein in Millimetern (mm) oder Inch (in) angegeben wird. Eine zweites System arbeitet noch mit „X-Werten“, die einen traditionellen Ursprung haben: z. B. 0X, 1X, 2x, usw. Neben dem Durchmesser sind Materialart (Nylon oder Fluorcarbon) und verwendeter Knoten entscheidend über die tatsächliche Tragkraft bzw. Reißfestigkeit des Vorfachs.
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Walton, Izaak (auch Isaac*) (*1593 – † 1683)
Englischer Schriftsteller, Biograph und unter Fliegenfischern vor allem bekannt als Autor des Buches The Compleat Angler.
Er fischte viel am Fluss Dove und den umliegenden anderen Gewässern in der Peak District-Region, westlich von Sheffield.
* Izaak ist die am meisten verwendete Schreibweise geworden, jedoch steht auf Waltons Grabstein:
„HERE RESTETH THE BODY OF MR ISAAC WALTON WHO DYED THE 15TH OF DECEMBER 1683“
„HIER RUHET DER KÖRPER VON HR ISAAC WALTON DER AM 15. DEZEMBER 1683 VERSTARB“
Wanderfische (engl. migrating fish)
Fische die zum Laichen entweder vom Süß- ins Salzwasser schwimmen (katadrom) oder umgekehrt (anadrom). Zu den katadromen Arten zählt z. B. der Aal (Anguilloidae), zu den anadromen Fischen gehören u. a. Lachse (Oncorhynchus), Forellen (Salmo, Oncorhynchus) und Saiblinge (Salvelinus).
Wasseramsel (engl. white-throated dipper)
Aus der Klasse der Vögel (Aves) und zur Familie der Stelzenverwandte (Motacillidae) gehörend.
Gebunden an klare, schnell fließende Gewässer, kann die kompakte Wasseramsel (Cinclus cinclus), ein ca. 20 cm langer Vogel mit braun-schwarzem Gefieder und auffällig weißer Brust von Fliegenfischern beim tauchen nach Wasserinsekten beobachtet werden.
Watstock (engl. wading staff)
Gehhilfe zum Waten im Wasser. Der Stock dient zum Halten des Gleichgewichts in der Strömung und kann auch zum Prüfen auf tiefe Stellen im Fließgewässer eingesetzt werden.
Watstöcke gibt es einteilig oder mehrgeteilt. Die Material sind i. d. R. Aluminium und/oder Kohlefaser (allgemein nur als „Carbon“ bezeichnet).
Weißwedelhirsch (engl. white-tail deer, Virginia deer)
Aus der Klasse der Säugetiere (Mammalia) und zur Familie der Hirsche (Cervidae) gehörend.
Der Weißwedel- oder Virginiahirsch (Odocoileus virginianus) kommt in Nordamerika vor, besitzt eine Schulterhöhe von bis zu 105 cm. Die nördlichen Populationen erreichen Gewichte von bis 230 kg.
Der Weißwedelhirsch liefern seit Mitte des 19. Jahrhunderts lange Haare für die sogenannten „Bucktail“-Muster. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Fliegenmuster dürfte der Streamer „Mickey Finn“ sein.
Wolfram (engl. tungsten)
Ein chemisches Element und Schwermetall. Es hat die Ordnungszahl 74 (Periodensystem) und das Symbol W. Als Draht, in Bandform oder vorgeformte Formen zum Fliegenbinden als Beschwerung (Dichte 19,25 g/cm³) verwendet.
Wolfram ist ungiftig und eine sehr gute Möglichkeit Fliegen zu beschweren.
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Xanthoperla
Gattung der Ordnung der Steinfliegen (Plecoptera). Diese gelb-grünfarbenen, geflügelten Insekten erreichen Körperlängen zwischen 7 und 8 mm, abhängig vom Geschlecht. In Europa kommt nur Xanthoperla apicalis vor.
Im englischsprachigen Raum als „Small Yellow Sally“ bekannt. Unter demselben Namen gibt es auch mehrere verschiedene Trockenfliegenmuster.
Xanthorismus
Eine Mutation (spontane oder künstlich erzeugte Veränderung des Erbguts) bei Fischen, die vorwiegend goldfarben erscheinen. Hervorgerufen wird diese unnatürliche Färbung durch einen Mangel an Melanin (rötliche, braune oder schwarze Pigmente). Entsprechende Fälle wurden vor allem von Schleien, Welsen, Hechten, Karpfen und Aalen berichtet.
X-Caddis
Ein Trockenfliegenmuster; Ursprungsland: USA, Fliegenbinder: Craig Mathew; Hakengröße: 14 bis 24, Bindefaden: oliv, Nymphenhaut (engl. shuck): Zelon, braun, Körper: Antron oder Super Fine in oliv, Flügel: naturfarbenes Rehhaar.
Im Grunde eine Variante einer Rehhaar-Köcherfliege, nur wird hier zusätzlich die Nymphenhaut, aus welcher das fertige Insekt (Imago) kriecht, durch Kunstfasern imitiert.
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Yamame (engl. masu, cherry salmon)
In Asien heimische Lachsart der Gattung Oncorhynchus aus der Familie der Salmonidae. Der Name Yamame bezieht sich auf die im Süßwasser lebende Form des Masu-Lachses (Oncorhynchus masou).
Yard (engl. yard)
Längeneinheit, die noch in Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika verwendet wird. Das Yard wird abgekürzt „yd“ geschrieben.
1 Yard = 91,44 Zentimeter
Young, Paul Holden (*1906 – † 1960)
Amerikanischer Fliegenfischer, Fliegenbinder, Geschäftsmann für Fliegenfischenausrüstung und Rutenbauer. Hatte sein eigenes Geschäft in Detroit, Michigan. Die von Young entwickelten und gebauten gespleißten Bambusruten sind begehrte Sammlerobjekte und erzielen heutzutage Preise von mehreren tausend Euro.
Young, Paul H. Company
Amerikanisches Unternehmen für Fliegenfischenprodukte. Gegründet Ende der 1920er Jahre von Paul Holden Young. Der erste Produktkatalog wurde 1927 veröffentlicht. Es gab ein Ladenlokal in Detroit, Michigan.
Die Firma ist sicherlich bekannt für die Einführung sehr kleiner Fliegen (Hakengröße #20), aber vorwiegend für die produzierten gespleißten Bambusruten (engl. split cane rod). Young probierte verschiedene Flämmvarianten an den Ruten aus und entwickelte mehr rückgratstärkere Ruten. Zu den beliebtesten Rutenserien zählt die „Parabolic 15“, die „Midge“ (kleine Mücke), die „Special“ und „Special DeLuxe“.
Nach seinem Tod wurde Youngs Erbe durch Robert Summers Firma (R. W. Summers – Maker of Fine Toncin Cane Rods) fortgeführt. In der Firma ist auch Youngs Enkel, Todd Young, beschäftigt.
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Zange (engl. pliers, tongs)
Ein Werkzeug, welches zum Lösen von Haken, dem Schneiden von Schnüren, dem Andrücken von Wiederhaken, dem Öffnen von Flaschen und im Notfall sogar als Bindestock genutzt werden kann. Höherwertige Zangen besitzen austauschbare Backen, die entweder ein glattes, gezahntes oder kreuzgezahntes Profil aufweisen. Die meisten Modelle werden aus Aluminium gefertigt.
Zoll (engl. inch)
Ein altes englisches Längenmaß. Es begegnet den Fliegenfischenden oft bei den Längenangaben der Ruten, wo es zusammen mit den Fuß-Angaben vorkommt. Zollzahlen werden mit zwei Apostrophe geschrieben: 1“ = 1 Zoll (inch) = 2,54 cm.
Zulu
Nassfliege; Hakengröße: 8 – 14, Schwänzchen: rote Wolle oder Ibis (Schreitvogel), Körper: schwarze Wolle oder Robbe mit schwarzer, gewundener Hahnenhächel, Rippung: feines, flaches, silber Metallstreifen, Kopfhächel (nicht verbindlich): schwarzer Hahn oder Henne. Erfolgreich auf Meerforellen und ein gutes Muster für Seen.
Zweihandrute (engl. two-hand rod, double hand rod)
Eine Fliegenrute, die unter Benutzung von beiden Händen geworfen/gefischt wird. Dabei reichen die Schnurklassen mittlerweile von Klasse 2 (#2) bis Klasse 10 (#10) und die Rutenlängen erstrecken sich bis um die 15 Fuß (4,57 m).
Auch wenn bei den Zweihandruten beide Hände am Griff sind, so dient eine Hand vorwiegend als Gelenk und mit der anderen Hand wird die Rute bewegt. Dazu wird die „Gelenkhand“ am oberen Teil des Griffes (näher zur Rutenspitze) positioniert und die zweite Hand am Ende des Griffes.
Zweihandruten finden vorwiegend Verwendung beim Fischen auf große Fische in Flüssen, wie z. B. der Lachsfischerei.
Neben der Doppelhandrute gibt es auch noch Einhand- und Switchruten.


























