Fliegenfischen-Produkte, die das Herz der Äschenbegeisterten höher schlagen lassen, gibt es wirklich nicht viele. Umso mehr freut es dann, wenn dann doch hin und wieder solche Besonderheiten auftauchen und den berüchtigen „Will-haben-Reflex“ auslösen.

Ich weiß ja nicht, wie viele Fliegen bei jedem von uns immer mit ans Wasser genommen werden, aber mit die beste Art dies zu tun, sind mit Abstand Fliegendosen. Und wenn sie dann auch noch so schön gestaltet sind, wie diese Aluminium-Dosen von Richard Wheatley aus England, dann haben sie sicherlich auch einen festen Platz in der Ausrüstung. Müssen auch nicht zwingend nur für die favorisierten Äschenmuster sein und mit den unterschiedlichen Einsätzen (darauf gehe ich weiter unten noch mal ein) lassen sich ganz unterschiedliche Fliegen mitnehmen.

Fliegendosen mit Äschenmotiv
Zwei Ausführungen der Richard Wheatley-Fliegendosen mit schönem Äschenmotiv. Herstellungsjahr ist nicht bekannt …
Aluminium-Fliegendose, silberfarben
Diese Variante (ca. 155 x 95 x 30 mm) ist nicht nur silbern, sondern auch flacher als die schwarze Fliegendose (ca. 155 x 95 x 42 mm).

Bevor Kunststoffe als Material für Fliegendosen genutzt wurden, waren Holz und Metall die Materialien der Wahl. Besonders ein Hersteller aus England hat sich mit seinen Produkten – bis heute – einen guten Namen gemacht: Richard Wheatley.

Das Unternehmen fertigte ab den 1890er-Jahren die ersten Fliegendosen. Damals zuerst noch aus Blech, bis Anfang des 20. Jahrhunderts Aluminium im größeren Stil erhältlich wurde. Und so fing Wheatley an, die ersten Fliegendosen aus dem neuen Material zu fertigen.

Es begann ein Siegeszug der Fliegendosen, die sich durch ihr geringes Gewicht, Robustheit, Langlebigkeit und gute Aufteilung zum Organisieren der Fliegen auszeichneten. Nicht zuletzt, und dafür auch weiterhin beliebt, ihr klassischer Stil. Natürlich ein subjektiver Punkt, aber dennoch ein Punkt, dem viele Fliegenfischerinnen und Fliegenfischer zustimmen.

Neben einer speziellen Oberflächenbehandlung, die den unlackierten Fliegendosen ein satingleiches Aussehen gab, führte Wheatley die ersten Halteclips ein. Die fungierten wie kleine Klemmen und hielten die Fliegen an ihren Haken sturmsicher fest.

Fliegendose mit Fisch-Illustration
Die Macher haben auch immer Gespür für das Besondere bewiesen, wie diese Sonderausführung beweist.
Gestanztes Firmenlogo von Wheatley
Auf der Rückseite der Fliegendosen ist das eingestanzte „RW“-Logo der Firma vorhanden.

Problem hierbei: Die Haken konnten bei allzu langer Lagerung Roststellen entwickeln.

Mit der Entwicklung von Schaumstoffen hielten diese auch Einzug als Material zum Fliegensichern in die Dosen. Da aber noch viele Haken einen Widerhaken besaßen, zerfledderte mit der Zeit der Schaumstoff. Wer das nicht wollte, schaffte sich die Wheatley-Modelle an, die mit kleinen Fächern und den dazugehörigen Klappdeckeln ausgestattet waren. Der absolute Klassiker aus der Serie der Fächerdosen: Modell 1407T, mit zwölf Fächern und einer Ledertasche für Vorfächer im Deckel (siehst du rechts in meinem Logo!).

Wheatley-Dosen bekamen gerade durch die Japaner von C&F Design, die ihre Art von sehr guten Fliegendosen herausbrachten, starke Konkurrenz. Und obwohl mittlerweile viele Anbieter ihre eigenen Fliegendosen anbieten, bleibt Wheatley weiter im Rennen. Dazu hat sicherlich beigetragen, dass das Unternehmen aus dem englischen Cumbria sich auch dem Markt anpasste und auch Fliegendosen komplett aus Kunststoff im Programm hat und auch verschiedene Schaumstoffeinsätze für viele Einsatzzwecke im Programm haben. Darunter auch „MCS“-Einsätze. Diese Micro Slit Foam haben zuerst die C&F-Designer entwickelt, bevor sie nun alle nachmachen.

Zwei Verpackungen von Wheatley-Fliegendosen
Eine ältere Variante der Umverpackung (r.) und eine jüngere Ausführung (l.).

Aus meiner Sicht die wirklich besonderen Fliegendosen von Wheatley sind die immer mal wieder auftauchenden Sondereditionen in limitierter Anzahl. Wie die hier gezeigte Äschen-Version oder die 150 Jahre-Jubiläumsedition, die mit einem besonderen Verfahren mit einer Forelle bedruckt worden war.

Richard Wheatley Katalog-Titelseite

Hier kannst du in einem alten Wheatley-Katalog „Fly Boxes and Accessories“ blättern. Er ist leider ohne Jahresangabe. Zum Öffnen klicke auf die Schreibmaschinentasten!

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Richard Wheatley’s Katalog „Fly Boxes and Accessories“ ansehen.

Das Unternehmen Richard Wheatley Private Limited Company wurde 1860 von Richard Wheatley (geboren 1827) in England gegründet. Wheatley hatte zuvor eine Ausbildung bei einem Hersteller von Büchern mit Fliegenfischen-Literatur absolviert. 1908 brachten Richard und Richard Wheatley – der Sohn hieß ebenfalls wie der Vater – die erste Fliegendose aus Aluminium heraus. Bis heute werden vor allem die Dosen mit Fächern in Handarbeit in England hergestellt.

Die gezeigten Produkte wurden mir weder von der Firma bereitgestellt noch wird dieser Blogbeitrag von der Firma gesponsert. Hierbei handelt es sich um privaten Besitz!

18. Mai 2024

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