Nein, es wird nicht um eine Methode beim Fliegenfischen gehen. Ich möchte aber einen Blick ins Nachbarland werfen und über eine Entdeckung meinerseits berichten. Denn bei meiner Suche nach Ausrüstung fiel mir das Cover des polnischen Magazins „Sztuka Łowienia“ ins Auge. Du sprichst kein Polnisch? Ich auch nicht, und dennoch lese ich das Heft ganz gerne!
Mein Interesse für „Die Kunst des Fischens”, so die deutsche Übersetzung, wurde durch die Ausgabe Nr. 5 von 2021 geweckt. Auf dem Cover ein großartiges Foto zweier Äschen. Allein wegen des Motivs hätte ich mir das Heft gekauft.
Wie dem auch sei, ich bestellte mir die Ausgabe und war sehr gespannt auf den Inhalt. Fliegenfischen-Magazine, vor allem in englischer Sprache, gibt es ja doch einige. Was die inhaltliche Qualität angeht, tun sich da allerdings enorme Unterschiede auf. Daher fieberte ich der Zustellung des Hefts entgegen, um zu sehen, ob die Polen etwas Ordentliches zustande bringen.


Ein paar Tage nach Aufgabe der Bestellung befand sich das Heft im Briefkasten. Erster Eindruck nach Öffnen des Umschlags: positiv. Festes und schweres Papier, hochwertiger Druck. Diese Qualität setzt sich auf den Innenseiten fort.
Die Qualität der Fotos ist, soweit ich das anhand der mir vorliegenden Ausgaben beurteilen kann, gut bis sehr gut. Hier achtet die Redaktion offensichtlich ebenfalls auf Qualität. Das Layout ist, wie so vieles, Geschmacksache. Persönlich würde ich sicherlich das ein oder andere ändern, aber grundsätzlich sind die Hefte professionell produziert.
Und was ist mit den Texten? Natürlich steht und fällt so ein Heft mit seinen Autorinnen und Autoren. Sicherlich schaffen es die Redaktionen auch „aus Scheiße Gold zu machen“, aber der Job ist doch leichter, wenn die Texte von vornherein ein Mindestmaß an schreiberischem Können widerspiegeln. Ist aber auch ein anderes Thema …
Jedenfalls bieten die Artikel gute Inhalte und Informationen. In den Ausgaben ist eigentlich alles vertreten, was das Fliegenfischen betrifft: Fliegenbinden, Biologie, Geschichte, Methoden und Techniken, Materialien, Produktvorstellungen, Reisen, usw.
Der aufmerksame Mensch wird sich jetzt vielleicht fragen, wie ich die Texte beurteilen will, wenn ich doch oben geschrieben habe, dass ich gar kein Polnisch verstehe? Tja, die wunderbare Welt des Computers macht es möglich. Heutzutage werden die Übersetzungsprogramme – auch durch die künstliche Intelligenz – immer besser. Machten noch vor wenigen Jahren der Google-Übersetzer und Co. teilweise sehr unterhaltsame bis sehr unverständliche Übersetzungen, sind aktuelle Programme wie ChatGTP oder DeepL.


Wobei das reine Übersetzungsprogramm Deepl die wesentlich besseren Ergebnisse liefert – noch. Mir reicht es auf jeden Fall und ich bekomme die wesentlichen Inhalte nachvollziehbar1. Dafür nehme ich auch in Kauf, dass ich die Texte für eine Übersetzung lesbar machen muss, indem ich sie einscanne. Aber für den Blick „über den Tellerrand“ ein vernachlässigbarer Aufwand.
Aktuell kostet eine Ausgabe 34,90 Złoty2, also etwas mehr als 8 Euro, was für das Heft ein wirklich fairer Preis ist. Immerhin kosten die deutschen Magazine Fisch & Fliege und FliegenFischen mittlerweile 12,40 bzw. 14,90 Euro. Und die polnische Redaktion ist ohne Zweifel auf Augenhöhe mit den deutschen Publikationen.
Der Umfang, der um die 80 Seiten liegt, ist ebenfalls mit den deutschen Heften vergleichbar.
Für mich ist ein Heft gelungen, wenn ich nach dem Lesen sofort meine Ausrüstung packen möchte und es mich ans Wasser zieht. Und genau das schafft „Sztuka Łowienia“.
Titel: Sztuka Łowienia na sztuczną muchę (Die Kunst des künstlichen Fliegenfischens)
Sprache: Polnisch
Format: 210×289 mm
Preis: 34.90 zł (8,34 €)
Homepage: sztukalowienia.com
ISSN3: 2081 1314






Das gezeigte Produkt wurde mir weder von der Firma bereitgestellt noch wird dieser Blogbeitrag von der Firma gesponsert. Hierbei handelte es sich um privaten Besitz!

Hallo Axel,
Früher hatte ich das polnische Magazin „Sztuka Łowienia“ regelmäßig gelesene und fand die Artikel immer spannend und lesenswert. Das Äschenfoto ist wirklich gelungen. Da ich der polnischen Sprache mächtig bin, ist das lesen und verstehen natürlich entscheidend komfortabler für mich. Werde mir die Ausgabe direkt auch mal ordern.
Grüße aus Rheinland
Darek