Der Franzose Baptiste Morizot lehrt in Südfrankreich an der Universität Aix-Marseille Das Fach Philosophie. Tut er das gerade nicht, begibt er sich auf Spurensuche und verfolgt Tiere wie Wölfe und Bären. Aber auch Regenwürmer wecken sein Interesse. Und darüber hat Morizot geschrieben. Von seinen Begegnungen, die er mit dem Herzen eines Philosophen schildert.
Der Titel: Philosophie der Wildnis oder Die Kunst, vom Weg abzukommen
Geschrieben von: Baptiste Morizot
Habe ich das Buch gelesen?


Worum geht’s?
Morizots Buch ist zum einen eine Sammlung von Erlebnisberichten. So lässt er die Leserschaft daran teilhaben, wie er Wölfe von Lämmern fernhalten will. Er berichtet von der Suche nach der Begegnung mit amerikanischen Braunbären im Yellowstone Nationalpark. In Kirgisistan hofft er, den scheuen Schneeleoparden zu sehen. Zurück aus der Wildnis, sozusagen vor der eigenen Haustür, begeistern ihn Vögel und wirbellose Tiere.
Aber Morizot setzt sich und den Menschen allgemein in ein Verhältnis zur Wildnis und was diese Ausmacht. Er hinterfragt vor diesem Hintergrund sogar die Sprache und Worte, mit der wir die Natur wiedergeben.
Ein Satz bzw. Absatz, der besonders in Erinnerung blieb:
«Fühlt ein alter Mensch dort [Sibirien] sein Ende nahen, so geht er in den Wald, wo ihn der Tod in Besitz nimmt. Der alte Mensch gibt damit sein Fleich zurück; seine sterbliche Hülle teilen die Fleischfresser unter sich auf, damit sein Körper im Kreislauf des Lebens und der Gegenseitigkeit zirkulieren kann. Zu diesem Kreislauf gehören auch der Wald, nahe dem Verstorbene lebte, sowie deie unzähligen darin erjagten Beutetiere, die ihm in seinem Leben als Nahrung gedient haben.»

Das „Positive“: Der Autor macht Lust auf das Spurenlesen und die Auseinandersetzung mit Lebewesen – vor allem Tieren – im allgemeinen. Er regt darüber hinaus an, die Stellung des Menschen in einer natürlichen „Nahrungskette“ kritisch zu hinterfragen.
Das „Negative“: Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, aber ich fand das Lesen schwierig. Fach- und Fremdwörter ohne Erläuterungen störten den Lesefluss. Vielfach hatte ich den Impuls, dem Autor zuzurufen: „Komm auf den Punkt!“ Mir war es zu oft zu viel „Philosophieren“, wodurch die Kernaussagen wenig treffend bzw. deutlich herausgearbeitet waren.

Meine abschließende Bewertung:

Was genau unter dieser Bewertung zu verstehen ist, kannst Du hier nachlesen!
Sprache: Deutsch (Übersetzung: Ulrich Bossier)
Seiten:
222
ISBN: 978 3150206812
Das vorgestellte Buch wurde mir nicht vom Verlag bereitgestellt. Dieser Blogbeitrag wird auch nicht vom Verlag oder Buchautor gesponsert. Beim Buch handelt es sich um meinen Privatbesitz.
