Von der Islay-Insel kommt der Single Malt Whisky „Sanaig“1. Mit diesem Whisky gewann die Kilchoman2-Brennerei mehrere Auszeichnungen wie den Trophy Award „Best Single Malt Scotch“ der ISWC3.
Die Brennerei selbst charakterisiert ihren Sanaig mit einer Zitrusfrucht-Süße, Torfrauch und einer ausgewogenen Note von Trockenfrüchten und Gewürzen. Markant sei der Geschmack, der sich durch das Verwenden von Sherry- und Bourbon-Fässern für die Lagerung entwickelt. Dabei verleiht der hohe Anteil des Oloroso-Sherrys dem Whisky seinen für Kilchoman typischen Charakter.
Beim Torfrauch gehe ich noch mit, aber bei den anderen Geschmacks- und Geruchseindrücken macht es der Sanaig mir wirklich schwer.

Wie kein anderer Whisky, den ich bisher probiert habe, fordert mich dieser Islay-Whisky heraus. Immer wieder habe ich mir für den Sanaig Zeit genommen, um ihn zu riechen und zu schmecken. Es hilft alles nichts. Weder Rosinen, Birnenschale, Pflaume, reife Kirschen noch das angepriesene Karamell, Zimt und der braune Zucker kann ich erleben. Auch die „anhaltende Süße“ bleibt mir verborgen. Im Gegenteil – unabhängig davon, wie lange ich einen Schluck Sanaig im Mund halte, es stellt sich immer eine mir unangenehme Schärfe ein, die sehr dominant ist.
Was ich tatsächlich noch nicht ausprobiert habe, ist die Zugabe von ein paar Tropfen Wasser. Aber offen gesagt, ich will aus dem Verkosten bzw. dem Trinken keine Wissenschaft machen. Auch wenn ich mich an den grundlegenden Schritten für eine Whisky-Verkostung orientiere, so punkten die Whiskys bei mir, die sich mir auch ohne großen Aufwand „offenbaren“.

Land: Schottland
Brennerei: Kilchoman
Alter: n. a.
Besonderheit: Mehrfach ausgezeichnet
Alkoholgehalt: 46 %
Torf-Level: 50 ppm4
Preis: ab 49,50 Euro

- Gesprochen „Sanäik“. ↩︎
- Gesprochen „Killchohmän“ ↩︎
- International Wine & Spirit Competition: einer der renommiertesten und ältesten Wettbewerbe für Wein und Spirituosen weltweit. Seit 1969 hat der Wettbewerb das Ziel, Exzellenz in diesen Geschäftszweigen zu unterstützen und zu honorieren. ↩︎
- ppm ist die Abkürzung für parts per million und steht für den millionsten Teil, als ein Maß für die Konzentration eines Stoffes in einem Gemisch. In Bezug auf Whisky werden die „rauchigen“, also phenolischen, Bestandteile angegeben. Dabei ist ein Whisky mit 1–10 ppm sehr leicht getorft und mit 100 und mehr ppm extrem stark getorft. ↩︎
Das gezeigte Produkt wurde mir weder von der Brennerei bereitgestellt noch wird dieser Blogbeitrag von der Brennerei gesponsert. Hierbei handelt es sich um privaten Besitz!

